Weißenbacher Geschichte

Weißenbach im Ahrntal / Südtirol um das Jahr 1940
Weißenbach um 1940

I. Mittelalter

  • 1160: Das Stift Sonnenburg erhält den gesamten Gebirgsstock zwischen Neves, Mühlwald (Sonnenseite), Pieterstein, Purstein, Michlreiß und in Weißenbach die ganze Schattenseite sowie die Sonnenseite bis zur Kirche von den Grafen Otto und Konrad Valey zum Geschenk.
  • 1179: Der Stifterhof scheint in einer Urkunde im Besitz des Klosters Neustift auf.
  • 1296 und 1320: Das „Pymerch in dem Weizzenpach“ und einzelne Höfe scheinen in den Sonnenburger Urbaren auf. 1296 werden im Sonnenburger Urbar 13 Höfe angeführt.
  • 1434: Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Weißenbach
  • 1480: Der Weihbischof Johann Berger weiht die neuerbaute Kirche mit zwei Altären.


II. Ab 1500

  • 1516: Hochaltar aus der Pacherschule
  • 1685: Stiftung der Kuratie Luttach-Weißenbach: Von da an wird der Hauptgottesdienst an jedem zweiten Sonntag und dritten Feiertag in Weißenbach gehalten.
  • 1743: Erstmalige Erwähnung eines Lehrers.
  • 1782: Weißenbach hat 20 große und 4 kleine Höfe sowie 16 Söll- oder Zuhäuser mit insgesamt 388 Einwohnern.
  • 1809: Im Freiheitskrieg marschiert der Weißenbacher Landsturm unter der Führung Gasteigers.
  • 1817: Weißenbach hat 408 Einwohner in 45 Häusern.
  • 1859: Weißenbach wird provisorische Kaplanei und am 19. Dezember dieses Jahres kommt der erste ständige Seelsorger dorthin, nämlich Josef Oberbrugger.
  • 1880: Am Nevesjoch wird von der Sektion Taufers des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins eine kleine Schutzhütte erbaut, die dann der Sektion Chemnitz überlassen wird. 1895 wird eine neue größere Hütte eingeweiht, die den Namen „Chemnitzer Hütte“ bekommt.
  • 1888: Lawinenabgang vom Stift Knuttn; vier Menschen werden getötet; Elisabeth Feichter (67 Jahre), Maria Feichter (88 Jahre), Katharina Plankensteiner (37 Jahre), Anna Plankensteiner (9 Jahre ) Quelle:BTV_1888_04_03_2_object_2923846

 

III. Ab 1900

  • Um 1900: Bau eines eigenen Schulhauses.
  • 1904: Am Außerhof in Weißenbach wird Peter Niederkofler geboren
  • 1914: Der provisorische Kaplan Johann Raffler (1914-1927) beginnt am 20. Dezember mit den Eintragungen im Taufbuch.
  • 1930: Josef Noggler (1929-1934) baut die Pfarrschule und richtet im oberen Stock eine Mesnerwohnung ein.
  • 1936: Mit dem 26. Mai beginnt das Trauungsbuch
  • 1939: Unter Josef Schileo (Februar 1935-August 1949) wird Weißenbach endlich seelsorglich von Luttach getrennt und zur Kuratie erhoben.
  • 1939: In der Zeit der Option entscheiden sich bei 40% der Weißenbacher fürs Dableiben.
  • 1944: Die zwei Brüderpaare Jakob und Alois Niederkofler vom Marxegger sowie Josef und Johann Kirchler vom Kaser flohen am 16.04.1944 aus der Kaserne und kehrten in drei Tagen durch die Wälder und Jöcher wieder heim. Zunächst hielten sie sich in einer Almhütte auf. Dann bauten sie sich eine notdürftige Hütte mitten in den Felsen. Ein ganzes Jahr mussten sie dort verbringen. Des Nachts kamen sie ins Dorf, um sich Lebensmittel zu holen. Als am 6. Juni 1944 der Vater der Marxeggerbrüder, Johann Niederkofer (geb. beim Zimmerer am 24. Juni 1866, gest. am 26. Mai 1944), in Luttach begraben wurde, gingen sie ganz öffentlich beim Begräbnis mit und senkten nach altem Brauch den Sarg des Vaters in die Erde. … Ein fanatischer Nazist zeigte den Vorfall an. Da die Polizei die Deserteure nicht ausfindig machen konnten, verhaftete sie am 6. Juni die Mutter und ihre sechs Kinder (Johann, Josef, Maria, Alfons, Friedrich, Cäcilia sowie die Schwiegertochter Maria Gruber) am Hof und brachte sie ins Lager nach Bozen. ((Dort wurde sie über ein halbes Jahr lang gefangen gehalten.))

  

IV. Nach 1950

  • 1950: Auf der Göge-Alm wird die Kapelle Maria Schnee erbaut. Einweihung am 15. August 1951.
  • 1950: Da Anton Steger als Pfarrer von Pfunders viel Geschick beim Kirchenbau gezeigt hatte, wurde ihm 1950 die Pfarrei Weißenbach anvertraut mit dem Auftrag, dieses Problem zu lösen.
  • 1951: Lawinenunglück - Bis zum Jahre 1951, war das Dorf verschont, aber am 21. Jänner 1951, zirka 6 Uhr abends kam das Unglück. Die Lawine brach am Schönberg, ein Teil wälzte sich in den Mitterbach, ein anderer ging östlich vom Aussergröberhof hinab und einer riss den Graberhof in die Tiefe. Dieser stand damals jenseits des Grabens östlich vom Bruggerhof. Von den 15 Bewohnern war die Bäurin selbst, mit 3 Kindern von des Bauern Bruders tot. Von 4 Kindern, die auf einem Divan waren, konnten 2 nach 21 Stunden lebend geborgen werden. Auf den Dächern war 2 m 30 cm Altschnee. (Zitat Johann Niederkofler: Einiges aus Weißenbach aus dem Jahr 1965)
  • 1955: Am 08.02 wird Weißenbach kirchlich zur Pfarrei erhoben. Am 20. November beginnen die Eintragungen in das Totenbuch.
  • 1956: Nach vielen Schwierigkeiten wird der heutige Zubau nach den Plänen des Bozner Architekten Erich Pattis begonnen. Die staatliche Genehmigung hingegen erfolgt zwei Jahre später am 12.8.1957.
  • 1958: Pfarrer Steger verlässt Weißenbach vor Vollendung des Kirchenbaus aufgrund vieler Auseinandersetzungen. An seine Stelle tritt Anfang Jänner Georg Tinkhauser.
  • 1959: Einweihung des Zubaus. Auch Kirchenheizung, Widum- und Turmrestaurierung mit neuer großer Glocke, Neubau der Sakristei und Friedhofsbau fallen in die Ära Georg Tinkhauser.
  • 1963: Am 1. Oktober öffnet die Mittelschule in St. Johann ihre Tore. 73 Schüler/4 Lehrpersonen. Schüler aus Luttach und Weißenbach besuchen die MS Sand in Taufers, weil es damals am Morgen keinen Liniendienst taleinwärts gab. Junge Weißenbacher, welche die Mittelschule besuchen wollten, mussten bei Verwandten oder Bekannten auswärts (in Luttach oder Sand) Unterkunft suchen. Josef Leiter van Innohöf, heute Dekan von Terlan, im Jahre 1963 ein Erstklässler in der Sander Mittelschule, erging es beispielsweise so.
  • 1970: Wie beim Kirchenbau, so wurde auch bei der Anlegung des Friedhofes viel und lange herumgestritten. Zehn Jahre suchte man einen geeigneten Grund. Am 3. Juni beginnen schließlich die Arbeiten am neuen Friedhof. Sechs Tage später wird bereits der erste Tote in Weißenbach begraben, nämlich Alois Niederkofler (Kirchler) der bei einer Gasexplosion verunglückt ist.
  • 1973: Einweihung des 1692 m² großen Friedhofes (Grundparzelle 605/2) am 21. Oktober (Bericht in den Dolomiten am 06.11.1973)
  • 1977: Beginn mit dem Bau der neuen Straße nach Weißenbach. Fertigstellung 1980.
  • 1977/78: In Weißenbach gibt es 87 Volksschüler und 50 Mittelschüler.
  • 1978: Im Herbst wird das neue Schulhaus mit Räumen für den Kindergarten vollendet.
  • 1979: Grundsteinlegung zum Bau der Neuen Mittelschule in St. Johann. Bezug des Gebäudes bei der Abschlussprüfung 1982. Feierliche Einweihung am 5. Mai 1984.
  • 1980: Fertigstellung der neuen Straße nach Weißenbach.
  • 1980: Im Februar sprechen sich die Weißenbacher in einer Volksabstimmung klar für den Ausbau des Skigebietes Speikboden aus (137 dafür, 100 dagegen)
  • 1986: Am 28. Februar gründen 17 Vereine, Verbände und Institutionen im Gasthof Mösenhof den Bildungsausschuss Weißenbach. Hopfgartner Maria (Schiener) wird erste Vorsitzende.
  • 1992: Am 17. August 1992 erhält die Ahrntaler E-Werk GmbH die Wasserableitungskonzession am Weißenbach
  • 1998: Beginn der Innenrestaurierung der Pfarrkirche am 09. September 1998
  • 1999: Weihe des Volksaltares und der 1993 installierten Orgel am 17. Oktober durch Generalvikar Josef Matzneller;

      

V. Nach 2000

  • 2003: Freilichttheater bei der alten Festhalle (Hofer-Aste) in Weißenbach: Am 27. Juni Premiere der drei Einakter aus „Die sieben Todsünden“: Die Eav, Der Natz, Der Totentanz
  • 2008: Auf der Schöllberg Göge im Talschluss von Weißenbach (2.197 m ü.d.M.) kommen in einem Moorfeld über hundert Schaufeln/Paletten aus Zirbenholz zum Vorschein. Die Funde datieren in die Urnenfelder- bis Frühlatènezeit. Die Objekte dürften im Rahmen ritueller Vorgänge an einem nahen gelegenen Brandopferplatz in gewissen Abständen stets an derselben Stelle im Moor deponiert worden sein. Teile eines frühurnenfelderzeitlichen Kruges (Laugen-Melaun A) weisen absolutchronologisch ins 12. Jahrhundert v. Chr. Neben urnenfelderzeitlicher Keramik fand sich eine Kugelkopfnadel aus Bronze. Südlich der beiden Moore ergaben Sondagen im Bereich einer ausgedehnten ebenen Fläche Abschläge aus Silex und Bergkristall und darunter einen dreieckigen Mikrolithen des 8. Jahrtausends v. Chr. Die Fundstelle wird durch die Radiokarbondatierung von Holzkohle zusätzlich chronologisch bestimmt. 7790-7510 cal. BC. (Quelle: Archäologisches Korrespondenzblatt, Jahrgang 39 – 2009 - Heft 4)
  • 2008: Erste Auflage des Ski-Alp-Race
  • 2013: Neubau der Kirchbrücke, Freigabe Ende Oktober;
  • 2014: 2000 Kubikmeter Erdreich rutschen am 22. Jänner auf die Weißenbacher Straße: Weißenbach ist bis Freitag, 24. Jänner, nur über die Alte Straße erreichbar (Shuttledienst der FF Weißenbach).
  • 2015: ???